Ein wesentlicher Teil des Nahverkehrs wird auf einem der
größten zusammenhängenden Schmalspur-Schienennetze in Deutschland
erbracht. Nicht weniger als fünf Verkehrsbetriebe sind daran
angeschlossen, nämlich die:
Zum 1. März 2005 haben sich diese 5 Unternehmen die Rhein-Neckar-Verkehr
AG (RNV) gegründet und diese mit der Betriebsführung
beaftragt.
Die Straßenbahnnetze dienen überwiegend dem innerstädtischen
Verkehr, lediglich zwei Heidelberger Linien führen noch über die
Stadtgrenzen Heidelbergs hinaus.
Die OEG und RHB bedienen die Region und verkehren außerhalb der
Straßenbahnnetze als Eisenbahnen. Das Meterspurnetz ist vollständig
elektrifiziert (750 Volt Gleichstrom), und praktisch alle
Verkehrsleistungen werden elektrisch erbracht. Bisher bewegten sich
die Fahrzeuge der jeweiligen Betriebe nur innerhalb ihres eigenen
Einsatzgebietes - unterschiedliche Fahrzeugbreiten, Kurvenradien,
Einrichtungsfahrzeuge, unterschiedliches Potential der
Stromversorgung und nicht zuletzt die Streckenkenntnis der
Wagenführerinnen und Wagenführer standen einem freizügigen Einsatz
im Weg. Ein erster Weg zum "Zusammenwachsen" der früheren einzelnen
Betriebe ist die Beschaffung der Rhein-Neckar-Variobahnen in den
Jahren zwischen 2002 und 2007. Dieser Fahrzeugtyp ist von vier
Unternehmen weitestgehend nach gleichen Baugrundsätzen beschafft
worden, verschiedene Wagen wurden auch schon zwischen den einzelnen
standorten verliehen und leihweise eingesetzt. Künftig werden sich
durch die RNV hier mehr übergreifende Einsätze
entwickeln.
In die RNV eingebracht wurde auch die ehemalige Zentralwerkstatt
für Verkehrsmittel in Mannheim (ZWM), die in der Regel die größeren
Wartungen und Hauptuntersuchungen ihrer Schienenfahrzeuge und
teilweise auch der Busse durchführt.
Personennahverkehr auf Normalspur
Die DB Regio AG fährt mit ihren Zügen in die
Region. Eine Hauptlast trägt dabei die im Dezember 2003 eröffnete
S-Bahn Rhein-Neckar mit ihren Triebwagen der Baureihe 425.2.
Auch die meisten übrigen Strecken werden im Taktverkehr befahren
(30- oder 60-Minuten-Takt). Auf Initiative des Landes
Rheinland-Pfalz wurden in den zurückliegenden Jahren einige bereits
stillgelegte Strecken wieder eröffnet - eine erfolgreiche Maßnahme,
wie die Anzahl der Reisenden zeigt. Im Betriebswerk Ludwigshafen
sind neben den schon genannten Triebwagen auch Triebwagen der
Baureihe 425 in Regionalbahnausführung und Dieseltriebwagen der
Bauriehe 628 beheimatet.
Auf elektrifizierten Strecken bestehen die meisten Regionalzüge aus
Triebwagen der Baureihe 425, aus Richtung Frankfurt, Trier und
Stuttgarte erreichen auch Lokbespannte Züge mit den Baureihen 110,
111 und 146 das Rhein-Neckar-Dreieeck. Mittlerweile sehr selten
sind die ehemaligen DR-Elloks der Reihe 143.
Auf nicht elektrifizierten Strecken werden meist Triebwagen der
Baureihen 612, 628 und 629 eingesetzt; nur noch wenige lokbespannte
Züge verkehren mit der Baureihe 218. Die lange Zeit eingesetzte
Baureihe 212 und die BR 213, die nur ein kurzes Gastspiel in der
ersten Jahreshälfte 1999 gegeben hatte, sind seit Mitte 1999 leider
nicht mehr hier vorhanden.
Durch die Regionalisierung im Nahverkehr erhält DB Regio ernst zu
nehmende Konkurrenz: Ein erstes Beispiel gibt die Eurobahn, ein
Ableger der Bahngesellschaft Waldhof, auf der Strecke Alzey -
Kirchheimbolanden. Schon seit langer Zeit betreibt die
Südwestdeutsche Verkehrs-AG (SWEG) die Strecken von Meckesheim
ausgehenden Strecken nach Aglasterhausen und Hüffenhardt.
Personenfernverkehr
Im Fernverkehr treffen sich die Züge der DB am
Knotenpunkt Mannheim Hbf. Von hier aus fahren ICE und IC-Züge in
alle Teile Deutschlands.
Internationale Zugläufe existieren nach:
Frankreich (Paris, Strasbourg)
Italien (Firenze, Milano, Pisa, Ventimiglia)
Holland (Amsterdam)
Österreich (Bludenz, Innsbruck, Klagenfurt, Wien)
Schweiz (Basel, Chur, Genève, Brig, Zürich)
Tschechien (Prag)
Ungarn (Budapest, Debrecen)
Alle Fernverbindungen sind mit dem normalen DB-System (Oberleitung,
15.000 Volt Wechselstrom bei 16,7 Hertz) elektrifiziert. Als
Triebfahrzeuge kommen im Fernverkehr vor: Die ICE-Bauarten
ICE-1 (401) , ICE-2 (402), ICE-3 (403, 406) und ICE-T (411,
415) sowie elektrische Lokomotiven der Baureihen 101, 120 und die
Zweisystemloks der Baureihe 1812.
Güterverkehr
Der Güterverkehr auf der Schiene wird
hauptsächlich durch Railion Deutschland (ehemals DB Cargo)
abgewickelt. In Mannheim befindet sich einer der größten
Rangierbahnhöfe Deutschlands. Der angeschlossene Betriebshof der DB
Cargo beheimatet Lokomotiven der Baureihen 140, 155, 185, 290, 294,
333 - 335 und 360 - 365. Aber auch die Baureihen 151, 152,
182, und 189 sind hier vor Güterzügen anzutreffen.
Für ein beachtliches Aufkommen an Güterverkehr sorgt die hier
ansässige Industrie; allen voran das Stammwerk der BASF AG in
Ludwigshafen. Die BASF besitzt eine eigene Werksbahn, die nicht nur
innerbetriebliche Aufgaben erledigt, sondern auch auf dem Netz der
DB eigene Güterzüge fährt. Die Leistungen im Nahbereich um
Ludwigshafen werden dabei durch die BASF-Eisenbahngesellschaft
selbst erbracht; die Leistungen im Güterfernverkehr sind im März
2001 auf die neu gegründete Eisenbahngesellschaft "rail4chem"
übergegangen, an der die BASF AG beteiligt ist.
Weiterhin erwähnenswert sind zahlreiche Leistungen von anderen
Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, beispielhaft die Züge der Häfen- und
Güterverkehr Köln (HGK), Eisenbahn Mittlerer Neckar (EMN),
rail4chem oder der Schweizer Bundesbahnen SBB Cargo.